Fahrt, Anbindung, Unterkunft – Auf dem Weg zum Litcamp Berlin

Es ist September! Wow, wann ist September geworden? Plötzlich sind es nur noch zwei Monate, dann wird im bunten und lauten Berlin das erste Mal das Literaturcamp Berlin stattfinden!

Seit letzter Woche könnt ihr Tickets kaufen: So könnt auch ihr Teil des Litcamps werden und es und die Sessions mitgestalten.

Und gerade, wo wir darüber sprechen, wie ihr das Litcamp mitgestalten werdet, ist die Frage, die ihr mittlerweile schon ein paar Mal angebracht habt – nämlich wo wir uns alle zum Diskutieren und Flanieren treffen werden – noch gar nicht beantwortet worden.

Das bunte Berlin

Berlin ist bunt – und mit Sicherheit mehr als der Fernsehturm und das Brandenburger Tor. Als Literaturcamp sind wir ein diskriminierungsfreier Raum und möchten, dass sich alle wie zu Hause fühlen, und ein Safespace (sein und) bieten. Mit diesem Leitfaden im Hinterkopf hat für uns auch die Locationsuche begonnen. Wo können wir einen Ort finden, der zu unseren Werten passt und das widerspiegelt?

Ich würde sagen, wir hatten Erfolg bei unserer Suche nach einer Lokalität und vielleicht auch ein klitzekleines bisschen Glück.

Bei unserer Location handelt es sich um die Schule für Erwachsenenbildung (SFE) in Berlin-Kreuzberg. Das SFE macht sich gegen Sexismus, Antisemitismus, Homofeindlichkeit und Transfeindlichkeit stark (http://www.sfeberlin.de/).

Hört sich an, wie die Faust aufs Auge? War bei meinem ersten Besuch auch wie die Faust aufs Auge.

Ein Besuch im SFE

Victoria und ich haben uns gemeinsam auf den Weg zum SFE gemacht. Wir sind davon ausgegangen, dass es sich um einen Bürotermin handelt und haben uns entsprechend etwas unauffälliger gekleidet. (Victoria war so sehr darauf bedacht, ein gutes Bild abzugeben, dass sie im Blümchenkleidchen erschien.)

Als wir schließlich den bunten Innenhof überquert hatten und im Treppenhaus standen, hatten wir unsere ersten Zweifel:  So viele Stufen? Wir wollen barrierefrei sein, um es vielen zu ermöglichen, teilzunehmen.

Unsere Zweifel stellten sich als unbegründet heraus – das SFE hat einen Fahrstuhl – und dass ich auf mein Piercing verzichtet hatte auch.

Das SFE ist eine Schule, bei der di*er Schüler*innen das Programm mitgestalten, bei der morgens das Programm für den Tag besprochen wird und bei der alle eine Stimme haben.

Etwas unvorbereitet wurden Victoria und ich in die Situation gebracht, vor der Schülerschaft unser Literaturcamp vorzustellen. Di*er Schüler*innen haben anschließend Fragen gestellt, die vor allem darum gingen, wem es möglich gemacht wird, daran teilzunehmen – ob Menschen beispielsweise aufgrund von Frisur oder Kleidung ausgeschlossen werden können. Wir waren zunächst irritiert, was damit gemeint sein könnte – und dann dann überrascht, dass die Frage darauf bezogen war, ob wir Menschen mit zerrissenen Hosen oder bunten Haaren ausschließen würden. (Was selbstverständlich nicht der Fall ist! Erinnerung: Wir sind bunt!)

Bei aufkommenden Diskussionen wurde mit Gesten von allen kommuniziert, um niemanden unhöflich zu unterbrechen – es gab ein Stop-Zeichen, ein Kann-Man-Später-Besprechen-Zeichen und einige weitere. Zum Schluss wurde im Kollektiv abgestimmt: Passt das Literaturcamp Berlin zum SFE? Ist es vertretbar, wenn das SFE unsere Location wird?

Victoria und ich waren beide erfreut, dass rund 98 % für Ja stimmte, die anderen zwei Prozent enthielten sich.

Der Besuch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Der Weg zum Glück – ab zum Litcamp Berlin

Einer der Gründe, weshalb ich Berlin so liebe, ist die praktische Anbindung von so gut wie jeder U-Bahnstation. Als eine Person, die ständig pendelt, kenne ich viele der Verbindungen auswendig – was vielen von euch, die nur Besucher*innen in Berlin sind, nicht so geht.

Darum haben wir ein paar Informationen für euch gesammelt, wie ihr von unterschiedlichen Ecken Berlins zum LiteraturCamp Berlin gelangen könnt.

Das SFE befindet sich in unmittelbarer Nähe der U7 Mehringdamm. Hierhin kommt ihr auf unterschiedlichem Wege.

Insgesamt gilt: Nutzt besonders die S-Bahnen (S) und U-Bahnen (U), die im 3- bis 10-Minuten-Takt fahren. Auch das Busfahren (M/X) ist möglich, aber hier dauert es häufig etwas länger.

Vom Berlin Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof halten die meisten Fernzüge, sodass hier viele von euch stranden werden. Von hier aus sind besonders die S3, S7 und die S9 wichtig. Das praktische ist, dass alle diese S-Bahnen auf einem Gleis kommen – falls ihr eine verpasst, könnt ihr einfach die nächste nehmen. Dann ist die U6 wichtig.
Die Strecke dauert nur 15 Minuten.

Beispielstrecken, ohne viel umzusteigen, sind folgende:

S3 Richtung Erkner Bhf bis Friedrichstraße
von dort aus
U6 Richtung Alt-Mariendorf bis Mehringdamm

alternativ:

S7 Richtung Berlin Ahrensfelde bis Friedrichstraße
von dort aus
U6 Richtung Alt-Mariendorf bis Mehringdamm

alternativ:

S9 Richtung Berlin Schönefeld-Flughafen bis Friedrichstraße
von dort aus
U6 Richtung Alt-Mariendorf bis Mehringdamm

Vom S+U Zoolgischer Garten Bahnhof

Am Zoo, um es im Berliner Slang zu sagen, lässt sich nicht nur gut einkaufen und das Waldorf Astoria bewundern, sondern man ist auch noch verdammt gut angebunden. Hier ist ein Kulminationspunkt vieler U-Bahnen, also gebt acht, in welche ihr einsteigt! Nutzt auch die Busse, die hier im 20-Minuten-Takt fahren. Die Strecken dauern hier ungefähr 15–20 Minuten.

U9 Richtung Rathaus Steglitz bis U Berliner Str.
von dort aus
U7 Britz-Süd/ Rudow bis Mehringdamm

alternativ

U2 Richtung Pankow bis Wittenbergplatz
von dort aus
M19 Richtung Mehringdamm bis Mehringdamm

Vom Potsdamer Platz

U2 Richtung Pankow bis Stadtmitte
von dort aus
U6 Richtung Alt-Mariendorf bis Mehringdamm

alternativ

M41 Richtung Sonnenallee/ Baumschulenstr. Bis Hallesches Tor
von dort aus
U6 Richtung Alt-Mariendorf bis Mehringdamm

Vom S Südkreuz Bhf

S2 Richtung Blankenburg bis Yorkstr.
von dort aus
M19 Richtung Mehringdamm bis Mehringdamm

alternativ

S2 Richtung Blankenburg bis Yorkstr.
von dort aus
U7 Richtung Britz-Süd/ Rudow bis Mehringdamm

Unterkünfte in Berlin

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, in Berlin zu übernachten. Ich stimme euch zu, viele sind nicht gerade billig. Viele sind sehr viel billiger, wenn ihr euch zusammen tut – gemeinsam seid ihr stark. In Berlin findet man bestimmt etwas für in jeder Preiskategorie.

Wir können als Berliner*innen, die alle ihr Dach überm Kopf in der schönen Stadt (oder Vorstadt) haben, nichts aus eigener Erfahrung empfehlen. Aber wir haben ein bisschen recherchiert.

The Cat’s Pajamas Hostel
Es bietet Mehrbettzimmer, die sich finanziell hoffentlich für die meisten stemmen lassen.
Von dort aus könnt ihr sehr gelassen die U7 Richtung Rathaus Spandau nehmen und seid in 15 Minuten am Mehringdamm.

Grand Hostel Berlin Classic
Hier könnt ihr ab 13 Euro pro Nacht ein Zimmer in einem Mehrbettraum erwerben. Auch von hier aus seid ihr in rund 15 Minuten am Mehringdamm

Combackpackers
Das Hostel liegt mitten in Kreuzberg und bietet ein Bett in einem Mehrbettraum ab rund 16 Euro pro Nacht. Hier tuckert ihr morgens ganz entspannt zum Litcamp und seid innerhalb von zwanzig Minuten da.

Weitere Tipps für Unterkünfte
Viele Vorstädte Berlins sind gut an das Regionalbahnsystem angebunden. Guckt auch im Speckgürtel Berlins, ob ihr dort vielleicht ein Hostel oder Zimmer findet. Ja, die Anreise nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch und ihr müsst früher aufstehen – aber versprochen, mit vielen coolen Sessions, die ihr machen und hören werdet, wird es sich lohnen.

Tut euch zusammen, gründet eine Litcamp-WG. Es ist immer schöner, wenn ihr mit Menschen, die ihr kennt, gemeinsam Berlin seht und zum Litcamp fahrt.

Ihr seid allein auf dem Weg zum Litcamp und wollt erst noch ein paar Leute kennenlernen? Aber gruselig ist es schon, die ganze Zeit allein herumzugondeln? Wenn ihr noch Mitmenschen für eure Unterkunft/Unterkünfte sucht, macht das doch mit einem Tweet – wir werden ihn garantiert teilen!

Zu guter Letzt …

Falls ihr unsicher seid, Fragen habt, Antworten nicht findet oder, oder, oder – schreibt uns! Befragt uns! Wir sind jederzeit für euch da, damit das Litcamp Berlin ein wunderbares Erlebnis im Herzen der Hauptstadt wird.

Wir freuen uns auf euch!

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